Cahier N° 28

Cahier N° 28
© Graphisme: onlab.ch

Wie die Apartheid beenden? Zwei Jahre vor ihrer Abschaffung dachte sich Friedrich Dürrenmatt (1921–1990) in seiner Erzählung «Die Virusepidemie in Südafrika» (1989) eine sehr eigenwillige Lösung aus: Die Weissen werden urplötzlich von einer Epidemie befallen und werden (wieder) schwarz.  Das Land stürzt bis in die obersten Ebenen des Staates ins Chaos. In dieser Politparabel mit ihrem bissigen Humor zeigt sich eine wenig bekannte Seite des Schriftstellers und Malers, nämlich diejenige des Schweizer Weltbürgers als Verteidiger der Menschenrechte.

«Friedrich Dürrenmatt – Die Virusepidemie in Südafrika» mit 12 Illustrationen von Maurice Mboa, Cahier du CDN N°28, 2021. Edition: Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN). Zweisprachig, deutsch / französisch, 64 Seite, design : onlab.ch, ISBN 978-2-9701282-7-4.

Vorwort, Madeleine Betschart

«Die Virusepidemie in Südafrika», Friedrich Dürrenmatt

«Südafrika, Apartheid und Zusammenleben», Rosalie Muswamba, Kanyana Mutombo

Preis: 10,00 CHF

Dieses Cahier erscheint anlässlich der Ausstellung «Friedrich Dürrenmatt und die Welt – Resonanz und Engagement», die vom 17. Juli bis am 21. November 2021 im CDN stattfindet.

Es handelt sich um eine Neuauflage des Cahier N° 8, mit Illustrationen des Künstlers Maurice Mboa, eine Produktion der Université populaire africaine in Genf (UPAF).

Autoren

Friedrich Dürrenmatt

Geboren im Emmental, zieht Friedrich Dürrenmatt (1921–1990) im Jahr 1952 ins Vallon de l’Ermitage in Neuenburg. Hier lebt er bis zu seinem Tod und realisiert einen grossen Teil seines literarischen und bildnerischen Werkes.

Madeleine Betschart

Seit 2014 leitet die Kunsthistorikerin und Archäologin Madeleine Betschart das Centre Dürrenmatt Neuchâtel. Davor war sie stellvertretende Direktorin der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in Zürich und verantwortlich für die Stiftungsentwicklung Bibliothek Werner Oechslin in Einsiedeln. Auch hat sie das Alimentarium in Vevey und das Museum Schwab in Biel geleitet.

Maurice Mboa

Der Künstler Maurice Mboa wurde in den frühen 1980er Jahren in Kamerun geboren. Seit 2016 lebt er in Genf.

Die Bilder von Maurice Mboa tragen einen sehr persönlichen Stempel dank einer besonderen Technik, die in Kamerun entwickelt wurde. Sie sind auf Metallplatten hergestellt, die er aus Afrika mitgebrachtund lange geschliffen hat, bevor er sie mit Farbtupfern und bewusst unpräzisen Linien überzieht.

Sie zeigen oft abstrakte, gesichtslose Figuren in einer Umgebung ausserhalb von Zeit und Raum. Diese Art und Weise, das Problem einer zerklüfteten afrikanischen Identität in den Mittelpunkt seines Werkes zu stellen, verfehlt ihre Wirkung nicht. Für Le Temps (5. März 2021) «glänzen seine Bilder wie metallische Masken. Sie sind ein in sich ruhendes Mysterium. Sie starren dich von innen an».

Maurice Mboa hat in Afrika, Europa und im Nahen Osten ebenso wie in der Schweiz ausgestellt. Sein Talent wird in der Schweizer und internationalen Kunstszene zunehmend anerkannt.

Die Serie, die den vorliegenden Text von Friedrich Dürrenmatt illustriert, ist Teil eines Vermittlungsprojektes, das von der Université populaire africaine in Genf (UPAF) initiiert wurde. Es verdeutlicht den Beitrag des Schweizer Künstlers und Dramatikers in der Sensibilisierung gegenüber Rassismus und für das Zusammenleben, und wurde anlässlich seines hundertsten Geburtstags realisiert.

Rosalie Muswamba

1969 im ehemaligen Zaire (heute D.R. Kongo) geboren und 1972 in die Schweiz gekommen, absolvierte Rosalie Muswamba ihre Schul- und Hochschulausbildung in Genf. Die studierte Historikerin erwarb ihren Bachelor an der Universität Genf und ihren Master an der Universität Laval in Quebec. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin an der Université populaire africaine en Suisse (UPAF) in Genf.

Rosalie Muswamba hat bereits an anderen Publikationen des CDN mitgearbeitet, insbesondere am Cahier No 11 (Madeleine Betschart: Friedrich Dürrenmatt, ein Schweizer mit Weltgeltung. Sein Werk und seine Ausstrahlung. Ein synoptischer Blick, Centre Dürrenmatt Neuchâtel, 2016). Von 2015 bis 2018 hat sie ausserdem an der Synoptischen Tafel zu Leben, Werk und Einfluss von Friedrich Dürrenmatt mitgearbeitet.

Kanyana Mutombo

Kanyana Mutombo wurde 1949 in der D.R. Kongo geboren und lebt seit 1975 in der Schweiz. Der promovierte Politikwissenschaftler (Graduate Institute of International Studies, Genf) ist Mitbegründer und Direktor der 2008 in Genf gegründeten Université populaire africaine (UPAF), nachdem er die Zeitschrift Regards Africains (1986–2005) mitbegründet und geleitet hatte.

Er ist auch Mitbegründer und Generalsekretär des Carrefour de réflexion et d’action contre le racisme anti-Noir (CRAN, 2002 in Bern gegründet), einer Beobachtungsstelle für Rassismus gegen Schwarze in der Schweiz. Als internationaler Berater und Experte für Rassismus und Diskriminierung war er für das Programm der UNESCO zur Bekämpfung dieser Formen von Unrecht verantwortlich. Als Spezialist für Identitätsfragen, die für die Welt der Schwarzen spezifisch sind (z. B. Akkulturation, Rassismus und Ko-Integration), hat er innovative Ausbildungseinheiten entwickelt, die die zentrale Bedeutung von Ubuntu (afrikanische Philosophie) und die Dekonstruktion kolonialistischer Konzepte betonen.

Kontakt

Centre Dürrenmatt Neuchâtel
Pertuis-du-Sault 74
2000 Neuenburg
Telefon +41 58 466 70 60
E-Mail

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